Differences between revisions 26 and 27
Revision 26 as of 2011-01-12 11:42:04
Size: 4480
Editor: anonymous
Comment:
Revision 27 as of 2011-01-12 12:00:41
Size: 4484
Editor: anonymous
Comment:
Deletions are marked like this. Additions are marked like this.
Line 38: Line 38:
[[ComVor]], Ein System zur Vorgangsverwaltung, das inzwischen in vielen Ländern läuft.

IPVG wird von [[Datenbanken Bayern|Bayern]], [[Datenbanken NRW|NRW]] und [[Datenbanken Thüringen|Thüringen]] verwendet.
 * [[ComVor]], Ein System zur Vorgangsverwaltung, das inzwischen in vielen Ländern läuft.
 * IPVG wird von [[Datenbanken Bayern|Bayern]], [[Datenbanken NRW|NRW]] und [[Datenbanken Thüringen|Thüringen]] verwendet.

Software zur Datenspeicherung auf Landesebene

Nachweissysteme und Vorgangsverwaltungen

Die "klassischen" Polizeidatenbanken sind "Nachweissysteme", d.h. Verdächtigenkarteien. Sie werden gepflegt, um einen Überblick über die Kriminalakten zu behalten und schnell auf deren wesentliche Inhalte zugreifen zu können. Dazu gehören die Teildateien von INPOL, die POLAS-Instanzen oder ihnen entsprechende Hacks auf Länderebene, der Bundespolizeiaktennachweis usf. Grob in diese Kategorie lassen sich auch die eher "dispositiv" ausgerichteten Finsterdatenbanken aus der Spudok-Ecke einordnen.

Seit Anfang des Jahrhunderts führen die Behörden zunehmend so genannte Vorgangsverwaltungen (VVen) ein. Bei ihnen geht es erstmal darum, die alte Schreibmaschinenwirtschaft durch den Rechner zu erzeugen. Die populärste Software dieser Art, ComVor, verwaltet aber wie ihre diversen Schwestern durchaus auch umfangreiche Datenbestädne über all die Vorgänge, die dann zwischen drei Monaten und fünf Jahren normalerweise nach Namen recherchierbar bleiben. Auf diese Weise bekommen die Behörden nochmal eine Größenordnung mehr Daten.

In VVen stehen Dinge wie:

  • 110 angerufen, wann, warum?
  • Anzeigen, die mensch selbst aufgegeben hat, natürlich z.B. auch wg. Fahrraddiebstahl
  • Anzeigen, die gegen einen liefen

Speziell Speicherfristen sind in Vorgangsverwaltungen typischerweise recht schlecht spezifiziert. In Bayern waren z.B. Meldungen vom Typ "Vor meinen Haus plärrt seit 30 Minuten eine Auto-Alarmanlage" noch nach über fünf Jahren über den Namen des/der Meldenden recherchierbar.

Verdächtigenkarteien

In einer Verdächtigenkartei stehen alle Personen, die nach StPO verdächtigt oder verurteilt wurden. Allerdings bleiben teilweise auch eingestellte Verfahren in der Kartei.

Verwendete Software zur Verdächtigenspeicherung

  • Das Softwaresystem POLAS wird von den meisten Ländern als Verdächtigenkartei inzwischen verwendet.

  • In Bayern wird KAN verwendet.

Vorgangsverwaltungen

Vorgangsverwaltungen dienen zur Dokumentation des Arbeitsaltags der Polizei. Hier kommt alles rein, was die Polizeibeamten aufnehmen, wie z.B. Max Mustermann ist mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone gefahren oder Marina Mustermann hat Aufkleber auf eine Laterne geklebt. Dazu kann dann in dem Textteil noch stehen, dass Max Mustermann den Eindruck machte, dass er grundsätzlich etwas gegen die Polizei hat. Diese Fälle werden dann nach Personen suchbar gespeichert.

Gefahren durch Vorgangsverwaltungen

Mit Hilfe von Data Mining Programmen können dann aus den Vorgangsdaten, Daten für Verdächtige werden. Wenn z.B. Marina Mustermann Antifa Aufkleber verklebt hatte und in der Nähe sich eine Nazi-Kneipe befindet, welche einige Monate später mit Graffiti verschönert wurde, wird sie zu einer Verdächtigen.

Verwendete Software

  • ComVor, Ein System zur Vorgangsverwaltung, das inzwischen in vielen Ländern läuft.

  • IPVG wird von Bayern, NRW und Thüringen verwendet.

Data-Mining Software

Data Mining Software sollen dazu dienen aus den Datenmengen das Wesentliche zu extrahieren. D.h. in der Regel aus der Vorgangsverarbeitung und POLAS, aber zusätzlich werden auch weitere Daten, wie z.B. die Auswertung der registrierten Handys einer Funkzellen bei einer Tat, ausgewertet. Teilweise stellen auch Vorgangsverwltungen schon einige Verknüpfungen her, die Übergänge von der Vorgangsverwaltung zu Data-Mining Programmen sind daher fließend.

Verwendete Software

rsCase ist ein Software-Paket zur "praktische[n] Arbeit im Bereich operativer Ermittlungen von Behörden" und unterstützt "vernetzte Fallbearbeitung, Auswertung und weltweites Incident Reporting" (Produktbeschreibung), das von der Schweizer Firma rola Security Systems für verschiedene Landespolizeien angepasst wurde. In Bayern heißt das entsprechende System z.B. easy. Auch wenn es gerne als Data Mining System angepriesen wird, sind die Fähigkeiten noch nicht besonders weitreichend. Was die Problematik, die durch solche Programme entsteht, allerdings nicht verkleinert.

To do: weitere Programme müssen noch recherchiert werden ...